Glauburgmuseum

Der Glauberg und das Glaubergmuseum

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Der am Ortsrand der Wetterau gelegene Glauberg ist einer der zentralen Punkte für die Besiedlungsgeschichte der ganzen Region. Er unterscheidet sich von den umliegenden Bergen durch sein etwa 600 m langes und 100 m breites Plateau, auf dem sich auch eine kleine Wasserstelle befindet. Der Glauberg ist vom 5. Jt. v. Chr. ( Neolithikum ) bis ins 13. Jh. n. Chr. ( Hochmittelalter ) immer wieder besiedelt und befestigt worden. Heute sind davon noch eindrucksvolle Wallreste, Hauskeller und der Teil eines Burggebäudes erhalten. Das Glaubergmuseum liegt mitten im Ort Glauberg, am Fuße des geschichtsträchtigen Glaubergs.

Glauburgmuseum

Das Museum, in dem die Restbestände der Funde des 1945 verbrannten Museums mit aufgenommen wurden, konnte im Winterhalbjahr 1996/97 komplett renoviert und ein neues Ausstellungskonzept erstellt werden. Der Glauberg, seine Erforschung und seine Funde und Befunde bilden zusammen mit der Fotodokumentation der Ausgrabungen der Fürstengräber die Schwerpunkte der Ausstellung. Ein kleiner Seitenraum ehrt mit seinem besonderen Flair den Heimatforscher Johannes May und den Archäologen Prof. H. Richter. J. May hatte schon visionär und auch durch praktische Beobachtungen die Bedeutung des Glaubergs erahnt. Sein Engagement für den Frieden mit Frankreich nahm die moderne Entwicklung voraus. Die Ausgrabungen von Prof. Richter auf dem Glauberg und seine erzwungene, unglücklich verlaufende Verbindung mit dem Nationalsozialismus ist durch eine Fotodokumentation dargestellt.

Alte Tonvasen

Der zweite Ausstellungsraum soll den Besucher anhand des Modells des Glaubergs eine Vorstellung der Ausmaße und archäologischen Punkte auf dem Glauberg vermitteln. Die folgenden Vitrinen führen dem Betrachter durch die verschiedenen Zeiten, in denen auf oder am Glauberg Besiedlungsspuren gefunden wurden. Beginnend mit der Altsteinzeit führen die Ausstellungsstücke durch die Jungsteinzeit und die späte Bronzezeit zur Kultur der Kelten. Mittelpunkt des Raumes ist die Fotodokumentation über die Ausgrabungen 1994/95 der Fürstengräber am Südhang des Glaubergs und eine lebensgroße Fotographie der 1996 gefundenen 1,86 m hohen Keltenstatue. Weiterhin werden die wichtigsten Funde und Befunde des keltischen Großgrabhügels dem Besucher anhand von Foto’s, Pläne und Karten nahegebracht. Der Grabhügel hatte einen Durchmesser von 48 m und war von einem 10 m breiten Kreisgraben umgeben. Außerdem führte eine 350 m lange Prozessionsstraße aus südöstlicher Richtung zum Grabhügel hin. Funde aus dem Kastellbereich Altenstadt, wie reliefverzierte Terra Sigillata und andere interessante Funde, runden das Bild des Raumes ab.

Der dritte Ausstellungsraum dokumentiert die alamannische Zeit und das fränkische Frühmittelalter auf dem Glauberg und im Dorf Glauberg. Eine Vitrine zeigt eine frühmittelalterliche Bestattung. Die staufische Reichsburg ( urkundliche Ersterwähnung 1247 ) wird gewürdigt und die Funde aus dem mittelalterlichen Brunnen auf dem Glauberg werden besonders hervorgehoben. Außerdem zeigt eine Sonderausstellungsvitrine Objekte aus dem heimatkundlichen Bereich.

Zum Abschluß seines Rundgangs kann sich der Besucher anhand von Videoaufnahmen über die Ausgrabungen auf dem Glauberg informieren.

Führungen über den Glauberg und seinen Ausgrabungsplätzen gehören mit zum Programm des Glaubergmuseums.Öffnungszeiten:

Jeden Sonntag von 14 – 16 Uhr, außer an Feiertagen und nach Vereinbarung.

Der Eintritt ist frei.

Text: P. Lehmann/Stoll; P. Stoll

Bilder : St. Medschinski

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