Archäologischer Park

Ein Konzept der Gemeinde Glauburg und des
Heimat- und Geschichtsvereins Glauburg e.V.
in Zusammenarbeit mit dem
Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der
Archäologischen Denkmalpflege Wetteraukreis
 

Foto: O. Braasch, Landshut

Vorbemerkung

Die Ausgrabungen des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen am keltischen Fürstensitz in Glauberg und die dabei geborgenen sensationellen Funde finden ein sehr großes Interesse sowohl in der Fachwelt als auch in der breiten Öffentlichkeit. Man ist sich ausnahmslos einig, dass der Glauberg und seine Funde unter den keltischen Fundplätzen Europas eine herausragende Stellung einnehmen.

Im Vergleich mit anderen keltischen Plätzen zeichnet sich der Glauberg ganz besonders durch die Verbindung von großflächiger Befestigungsanlage auf einem weithin sichtbaren Bergplateau mit zugehörigen, reich ausgestatteten Gräbern und heiligem Bezirk aus. Die in Glauberg entdeckte Fürsten-Statue und weitere Figurenreste sind einzigartig im keltischen Europa. Ebenso konnte bisher keine vergleichbare Anlage eines Fürstengrabhügels mit zugehöriger Prozessionsstraße nachgewiesen werden.

Seit der Entdeckung des Fürstengrabes und weiterer Gräber haben Tausende von Besucherinnen und Besuchern aus ganz Deutschland und dem Ausland den Glauberg besichtigt. Bei verschiedenen Anlässen ist immer auch eine große Zahl von Fachleuten vertreten. Das kleine Museum, das seit vielen Jahren vom Heimat- und Geschichtsverein Glauburg e.V. betreut wird, ist den Besucherströmen nicht mehr gewachsen. Es befindet sich in einer ehemaligen Schule und besteht lediglich aus drei Ausstellungsräumen. Somit kann dem Interesse der breiten Öffentlichkeit an ausführlicher Information kaum Rechnung getragen werden. Außerdem sind durch die ehrenamtliche Trägerschaft die Öffnungszeiten allein auf das Wochenende beschränkt.

Durch die einzigartige Verbindung von archäologischem Kulturdenkmal ( Befestigungsanlage ), rekonstruiertem Fürstengrabhügel und Spezialmuseum ( Keltenmuseum ) wird die geplante Präsentation in Glauberg eine herausragende Position in der deutschen Museumslandschaft einnehmen. Dies ist eine Präsentation, die sowohl den Anforderungen der Fachwelt als auch der interessierten Öffentlichkeit gerecht wird.

Für den gesamten Wetteraukreis und die Gemeinde Glauburg bedeutet das Gesamtprojekt eine starke Aufwertung und wird vor allem im Bereich Fremdenverkehr erhebliche wirtschaftliche Vorteile, auch den Arbeitsmarkt betreffend, erbringen.

Für das Gesamtprojekt Glauberg gibt es vier Komponenten, die miteinander eng verknüpft sind:
  1. Archäologischer Park Glauberg
  2. Keltenmuseum
  3. Landesausstellung
  4. Keltenstraße

Der Archäologische Park Glauberg

Das Konzept beinhaltet das gesamte Areal des Glaubergs mit den

- vorgeschichtlichen Befestigungsanlagen,

- mittelalterlichen Hauskellern und der

- staufischen Burganlage.

 

Mit dem Archäologischen Park Glauberg soll nun auch das Gebiet unterhalb des Plateaus erfasst werden. Dazu zählen

- der rekonstruierte Fürstengrabhügel

- mit Teilen der Prozessionstrasse und

- eine Aussichtsplattform am schon vorhandenen Parkplatz.

Maßnahmen:

1. Rekonstruktion des Fürstengrabhügels mit Teilen der Grabenanlage und der Prozessionsstraße. (abgeschlossen) (Rekonstruktion des Fürstengrabhügel 1  in Bildern)

2. Errichtung einer Aussichtsplattform ( Holzbau ) am schon vorhandene Parkplatz mit Aussicht über die rekonstruierte Grabanlage mit heiligem Bezirk. (abgeschlossen)

3. Ausweisung eines neuen Lehrpfades mit Beschilderung in drei Sprachen ( Deutsch, Englisch und Französisch ). (abgeschlossen) Der archäologische Lehrpfad wird mit einem naturkundlichen Lehrpfad kombiniert.

4. Mauersanierung an den mittelalterlichen Hauskellern und der staufischen Reichsburg.

5. Herrichten einer dichten, schützenden Grasnarbe auf den Abschnittswällen ( Heckenrückschnitt und Teilrodungen ) und Sicherung der Sichtachsen nach Westen über die Wetterau zum Taunus und nach Norden ( am Weiher ) über Glauburg auf Konradsdorf und Hofgut Leustadt.

6. Sicherung und Erweiterung der Halbtrockenrasenbereiche auf dem Plateau und den Annexwällen sowie Renaturierung des Weihers auf dem Bergplateau und Teil des vorgeschichtlichen Wasserreservoirs unterhalb des Berges ( sog. Welschlache ) für Amphibienteiche.

7. Laufende Pflegemaßnahmen nach Fertigstellung des Archäologischen Parks.

Konzept Archäologischer Park

 

Die Lage des Glaubergs mit seinen Denkmälern über dem Zusammenfluß von Nidder und Seemenbach. Im südlichen Vorfeld der Befestigung liegen bis hinüber zum Enzheimer Köpfchen einzelne Wallabschnitte, die im Ackerland verschleift, im Wald teilweise erhalten sind. Sie stehen offenbar im Zusammenhang mit den Gräbern des monumentalen Grabmals, das der Grabhügel mit seinem Kreisgraben und der zu ihm hinführend Prozessionsstraße bildet. LfDH.

 

 

Übersichtsplan der Rekonstruktion des Fürstengrabhügels und der Grabenanlagen. Der Platz der Aussichtsplattform ist mit einem roten Pfeil markiert.

 ( Entwurf: Architekturbüro Bremmer-Lorenz - Frielinghaus, Friedberg ).

 

Mauersanierung der mittelalterlichen Hauskeller und der staufischen Reichsburg sowie Sicherung der Abschnittswälle und Sichtachsen

Für die Mauersanierung und die landschaftspflegerischen Maßnahmen sind mehrere Möglichkeiten denkbar:

a. Beauftragung einer Firma für Landschaftsbau oder einer Baufirma

b. Teil der Ausbildung ( sogenanntes Ausbildungsmodul ) für Auszubildende im Bauhandwerk und Landschaftsbau. Diese Möglichkeit schränkt die Maßnahmen zeitlich sehr ein, da die Auszubildenden nur kurze Zeit für das Projekt arbeiten können. Daher auch Ausbildungsmodul. Dazu ist die Handwerkskammer in das Projekt zu integrieren.

Sicherung der Halbtrockenrasenbereiche und Renaturierung des Weihers sowie des vorgeschichtlichen Wasserreservoirs

Im Zuge der Errichtung des Archäologischen Parks Glauberg bieten sich verschiedene Maßnahmen zum ökologischen Aus- und Umbau an, die in Eigenleistung von der Glauburger Bürgerschaft nach den Vorgaben der Naturschutzbehörden durchgeführt werden können. Hier ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Naturschutzbehörden, Naturschutzfonds Wetterau und Forstverwaltung notwendig, um sinnvolle Maßnahmen festzulegen. Die Höhen der Kosten stehen noch nicht fest.

Plan des Glaubergs mit Weiher und Wasserreservoir rot markiert. Plan: LfDH.

 

 

Konzeption Archäologischer Park Glauberg

Verfasser: Dr. Vera Rupp ( Archäologische Denkmalpflege Wetteraukreis ) und Werner Erk (Heimat- und Geschichtsverein Glauburg e.V.) im Auftrag der Gemeinde Glauburg und in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen Kartengrundlage: Landesamt für Denkmalpflege Hessen.

©+Design Fa. A.Eckhardt