Besiedlung

Die Besiedlung beginnt mit der jungsteinzeitlichen Rössener Kultur in der Mitte des 5. Jahrtausends v.Chr., gefolgt von einer ausgedehnten Höhensiedlung der Michelsberger Kultur in den Jahrhunderten um 4000 v.Chr. Eine bedeutende Siedlung bestand auch in der späten Bronzezeit, der Urnenfelderzeit vom 10.-8. Jahrhundert v.Chr. Weit überregionale Bedeutung erlangte der Berg in der frühen Eisenzeit, der Späthallstatt-/Frühlatènezeit im 6./5. Jahrhundert v.Chr., als auf ihm ein frühkeltischer Fürstensitz lag. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Befestigung in Form einer starken Holz-Stein-Erde-Mauer, die in verschiedener Weise gebaut war, und der Annex, der in erster Linie der Sicherung der Wasserversorgung diente. 

In spätkeltischer Zeit im 2./1. Jahrhundert v.Chr. hatte der Glauberg geringere Bedeutung. In römischer Zeit, 5 km vor dem Limes mit dem Kastell Altenstadt und völlig im römischen Einflussgebiet gelegen, spielte er keine Rolle.
Erst in der späten Römischen Kaiserzeit/frühen Völkerwanderungszeit vom späten 3. Jahrhundert bis in die Zeit um 500 hatte er wieder zentrale Funktion als Burg eines alamannischen Kleinkönigs. Mittelpunktsfunktion kam ihm dann erneut in spätmerowingisch/karolingischer Zeit von der zweiten Hälfte des 7. bis zum 9.Jahrhundert zu; er trug eine der fränkischen Großburgen, Sitz der politischen und kirchlichen Organisation. Damals wurden auch die Befestigungen verstärkt, der mächtige Abschnittswall im Nordosten zu einer Höhe von 9 m, 12 m über der Grabensohle aufgeführt und die Vorbefestigungen angelegt, vor der Enzheimer Pforte im Südwesten ein Graben ausgehoben und die Mauer neu gebaut und erhöht.

Eine letzte Blüte erlebte der Glauberg im späten 12. und der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als wichtiges Glied im staufischen Burgensystem zwischen der Wetterau und dem Raum um Büdingen und Gelnhausen. Auf die Krone des Abschnittswalls wurde eine Schildmauer gesetzt und in ihrem Schutz, in den Wall eingebaut, ein turmartiges Burggebäude von 8,30x11,80 m Größe mit 1,20 m starken Mauern errichtet, dessen Untergeschoß mit einem romanischen Torbogen erhalten ist. Das gesamte Plateau war besiedelt, und die sichtbaren baulichen Reste wie Trennmauern, Hauskeller und ein wieder hergerichteter Brunnen stammen sämtlich aus dieser Zeit. Die Zerstörung der Burg und damit auch das Ende der Besiedlung auf dem Glauberg fällt wahrscheinlich in das Jahr 1256.

Text: Dr. F.-R. Herrmann, Landesamt für Denkmalpflege Hessen

Handskizze des Frankfurter Kupferstechers Peter Fehr. April 1719 (Dorf und Berg Glauberg von Norden)
Mit freundlicher Genehmigung des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen

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